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Stilfser Joch Challenge

Ein Interview mit Joachim Nischler vom Lindenhof Naturns

Joachim Nischler © Hotel Lindenhof

Über 500 mal hat Joachim Nischler vom Lindenhof Lifestyle DolceVita Resort die Passhöhe des Stilfser Jochs bereits mit dem Rennrad erklommen! Gut und gerne könnte man ihn im positiven Sinne getrieben nennen. Aber das wird ihm nicht gerecht. Der Anstieg zum Stilfser Joch ist für ihn vielmehr ein Ausgleich. Mit jeder Kehre kommt er sich wieder näher, kommt runter und entspannt.

Wir treffen ihn nach der Tour in seinem Hotel in Naturns und sprechen mit ihm über seine Touren, seine Leidenschaft und über seine Heimat den Vinschgau.

Lindenhof Lifestyle DolceVita Resort in Naturns © Matthias Ausserer

Was begeistert dich am Rennrad fahren?

Dass ich in kurzer Zeit extrem viele Eindrücke bekommen kann. Ich starte vom Lindenhof mit seinen Palmen und Olivenbäumen und bin sofort in den Hochgebirgstälern. Dort wo das ewige Eis ist. Sei es im nahen Schnalstal oder gegenüber im Martelltal. Erinnerst Du Dich noch an die Giro d`Italia-Etappe, die vor ein paar Jahren das Highlight war. Dort wo Quintana, der Knirps gegen Heysjedal, dem Riesen gewonnen hat? Hier sind wir.

Was ist dein Lieblingspass und warum?

Der Lieblingspass für mich ist auf jeden Fall das Stilfser Joch. Es ist ja mit meinem 500sten mal bergauf umgetauft worden. Es heißt jetzt Stilfser Joachim. Nein, Scherz beiseite! Der Stelvio hat es nicht nur in sich bezüglich Kondition und Steilheit. Nein, er ist von der Natur aus gesehen extrem variantenreich. Im Hochsommer kann es passieren, dass man in Prad mit 30 Grad hineinfährt und oben gibt es dann einen Temperatursturz (bei schlechtem Wetter) bis auf knapp 0 Grad. Alles schon passiert. Zu Beginn Strecke neben dem Suldenbach ist es ein übliches Tal in den Westalpen. Ab der Stilfserbrücke sieht man zum ersten Mal das ewige Eis. Die extremen 48 Kehren führen einen dann idyllisch durch die natürlichen Lärchenwälder, die sich je nach Jahreszeit in einer anderen Farbe zeigen. Und dann: ab Kehre 30 wird es hochalpin. Die Kehren werden kürzer und man sieht die letzten 800 Höhenmetern sanft da liegen. Auf der anderen Seite erkennt man das Ortlermassiv. Echt krass und wunderschön!

Die Stilfser Joch Passstraße © Lindenhof

Und wenn man sich in Trance die letzte halbe Stunde quält, dann kommt es einem vor, als ob die vielen Murmeltiere links und rechts Spalier stehen. Man kommt bei sich an… und man kommt irgendwann oben an. Der Pass ist übrigens ein einziges technisches Wunderwerk. Innerhalb eines Jahres zu Zeiten der K.u.K. Monarchie wurde die Straße gebaut. Damals war es die schnellste Verbindung der Habsburger von Wien nach Mailand. Sommer wie Winter befahrbar! In den vielen Kehren wurden im Winter Holzbrücken zum Ablauf von Wasser und Schnee aufgebaut. Einfach der Wahnsinn!

Welche Tour sollte man rund um Naturns auf jeden Fall mal gefahren sein?

Gerade im Frühling sollte man die Mendelpassrunde fahren. Start vom Lindenhof Richtung Meran, entlang der Weinstraße oder der alten Bundesstraße bis Bozen. Von dort hinauf nach St. Pauls, vorbei bei St. Michael, um vor dem Kalterer See rechts in den Mendelpass mit seinen 14 km einzubiegen. Super angenehme Steigung machen einen süchtig auf diesen Pass. Vom Mendelpass lässt man es knackig ins Trentino hinunterlaufen. Bei Fondo biegt mach rechts ab und fährt die nächsten extrem angenehm leicht zu pedalierenden 15 km zum Gampenpass hoch. Dort gibt es die schönste und flowigste Abfahrt mit 16 km bis nach Lana. Im Sommer aufpassen, dass man keinen Hitzeschock bekommt. Jetzt meinen die meisten Rennradler, sie seien schon zu Hause. Weit gefehlt! Die letzten Körner muss man noch für das „falsche Stilfserjoch“, wie wir die Töll nennen, aufbewahren. In Naturns angekommen, hat man 2.000 Höhenmeter und 120 km abgestrampelt.

Für wen eignet sich die Gegend rund um Naturns zum Rennradfahren?

Für Anfänger aber auch für Profis. Es gibt kürzere Touren mit weniger als 500 Höhenmeter. Nach oben ist aber die Range extrem breit. Das Extremste wäre die Ortler-Tour! 5.500 Höhenmeter und ganze 260 km. Also zur Vorbereitung für den Ötztaler echt ein Härtetest.

Was möchtest Du mit dem Rennrad noch erleben?

Die mystischen Bergpässe des Giro d`Italia und der Tour de France abfahren. Meine Freunde Oscar Camenzind, Alex Züller, aber auch der wieder genesene Jan Ullrich haben mir das versprochen. Mal schauen, wann sie alle ihr Versprechen einlösen werden.

Ist Gravelbiken für Dich nur ein Trend oder spannende Erweiterung?

Extrem spannend! Gerade bei uns in den Übergangszeiten. Auch für die vielen Technik-Fetischisten eine Genugtuung. Ihre extrem aufgemotzten und kilo-abgespeckten Traumräder werden für absolut saubere Sommerstrassen geschont.

Welchen Wein würdest Du nach der Tour empfehlen?

Nach der Tour: Sofort Duschen und ins Tauchbecken steigen. Danach ein gesunder Molkedrink und eiweißreiche Speisen am Buffet genießen. Zur Pasta empfehle ich meinen selber gemachten Vernatsch oder Blauburgunder Vogeltenn. Achtung: nicht jeder bekommt diese beiden Naturweine.

© Lindenhof Naturns

Welche Übersetzung braucht es für eure Region?

Die Compact Kurbel mit 50-34 und 12-27 sollte 95 % abdecken.

Was ist dein Lieblingsprodukt fürs Rennrad fahren?

Meine stylische und besondere Fahrradglocke. The Clock. Sie hat mir am Radweg schon öfters das Leben gerettet. Danach die ultrasports Regenerationsgetränke.

Du bist bereits über 500x die Stilfser Joch Challenge gefahren – wie oft wurdest du geschlagen?

Genau habe ich dies nie ausgerechnet. Ich will aber ehrlich sein. Jeder vierte schlägt mich. Also 25 %. Und in letzter Zeit immer mehr Frauen. Ungefähr sollte man die 24 km und ca. 2.000 Höhenmeter unter 2 Stunden schaffen. Dann hat man den Gutschein gewonnen.

Was macht für dich den Reiz dieses Passes aus?

Streckenführung. Moderate Anstiege. Abwechslungsreiche Natur. Länge. Murmeltiere.

Wir danken Joachim für seine Zeit und das Gespräch.

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