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Brigitte Pirker

Power-Frau, Hotel-Chefin & Rennradlerin

Brigitte Pirker vom Erlebnis-Hotel-Appartements Pirker am Faaker See

Brigitte Pirker ist Hotel-Chefin des Erlebnis-Hotel-Appartements Pirker in der Region Faaker See in Kärnten. Somit ist sie nicht nur erfolgreiche Gastwirtin, sondern auch begeisterte Rennradfahrerin und Triathletin. Uns hat sie erzählt, wie sie zum Rennradfahren kam und wie sie den Sport über die Jahre gelebt hat.

Wie bist du als Frau zum Rennradfahren gekommen?

Gegenfrage: Warum soll man als Frau nicht Rennrad fahren? Im Ernst, ich war schon immer sportlich interessiert, vor allem durch den Skirennlauf, der ebenfalls zu meinen Leidenschaften zählt. Vom Rennradfieber wurde ich aber 1987 gepackt, als hier bei uns am Faaker See die Straßenrad-WM stattfand. Seitdem belagert ein Rennrad nach dem anderen meinen Radlraum.

Was fasziniert dich am Rennradfahren?

Da gibt es viele Dinge, die mich fesseln: die Leichtigkeit des Sportgerätes, das leise Surren der Räder, die Geschwindigkeit, die locker-lässig-elegante Bekleidung, der Trainingseffekt

Hotel-Chefin Brigitte Pirker
Hotel-Chefin Brigitte Pirker

Hast du eine Lieblingstour in der Rennradregion Faaker See?

Puh, schwierige Frage! Wir haben hier rund um den Faaker See so viele schöne Rennradtouren. Bei mir kommt es immer auf die Tagesverfassung an. Wenn ich müde von der Arbeit im Hotel bin, fahre ich oft eine leichte Tour mit ca. 50 Kilometer bis zur Grenze nach Italien. Wenn ich Power habe, dann rausche ich aber auch mal schnell die Villacher Alpenstraße hoch. Ansonsten mag ich die Tour über den Ciclovia Alpe Adria Radweg zu den Weißenfelser Seen in Tarvisio sehr gerne. Die Strecke fahre ich meistens mit meinen Gästen. Es ist ein perfekter Radweg, der kaum über befahrene Straßen, dafür aber durch die atemberaubende Landschaft inmitten der Julischen Alpen führt. Die Tour ist auch ideal, um am Nachmittag danach wieder die Arbeit im Büro in Angriff zu nehmen.

Wie ist es dazu gekommen, dass sich das Hotel Pirker auf Rennradfahrer spezialisiert hat?

Naja, wie gesagt befiel mich 1987 der Radvirus. Als junger Mensch war ich aber meistens mit dem Mountainbike unterwegs. Für meine Gäste arbeitete ich dann eigens einen Tourenplan für die Region rund um den Faaker See aus. Die Tourismusregion selbst hatte für Radfahrer damals nämlich noch nicht viel geplant. Ganz im Gegenteil. Ich wurde sogar oftmals schräg angesehen, als ich mit meinen Gästen mehrmals wöchentlich mit den Bikes geführte Touren in unserer wunderbaren Karawankenregion unternahm. Meine Devise lautete damals: vom Berg zum See. Und das zog ich auch durch. 2009 hörte ich dann das erste Mal von „Roadbike Holidays“. Ich war sofort Feuer und Flamme und bin seitdem mit meinem Hotel mit dabei.

Vom Rennradfieber wurde ich aber 1987 gepackt, als hier bei uns am Faaker See die Straßenrad-WM stattfand. Seitdem belagert ein Rennrad nach dem anderen meinen Radlraum.

Gibt es eine Anekdote aus deinem Leben als Rennrad-Guide im Hotel Pirker, an die du dich gerne zurück erinnerst?

Wieder eine Frage, die schwer zu beantworten ist. Ich hatte so viele nette Gäste und super Rennradfahrer bei mir im Hotel. Eine Story, über die ich aber noch heute lachen muss, trug sich damals beim Kärntner Seenmarathon zu. Ich hatte mit zwei meiner Stammgäste beschlossen, an der Distanz über 100 Kilometer teilzunehmen. Das Jahr davor hatte ich den tollen dritten Platz erreicht und ich dachte, mit den beiden gleich starken Radgästen würden wir eine super Gruppe bilden. Leider überschätzten wir uns beim Rennen komplett. Wir fingen viel zu schnell an und fuhren die ersten 50 Kilometer mit einer Gruppe, die leistungsmäßig viel stärker war als wir. Nach einiger Zeit konnten einige aus der Gruppe das Tempo nicht mehr halten und rissen ab. Anstatt uns an die leistungsmäßig gleich starken Fahrer anzuhängen, wurden wir jedoch gierig und fuhren der schnellen Gruppe hinterher. Natürlich überpowerten wir uns völlig, sodass von einem aufs andere Mal gar nichts mehr ging. Wir drei waren so geschafft, dass uns sogar die radelnden Familien mit ihren Kids am Radweg neben der Straße überholten. Wir lachen heute noch darüber, wenn wir von diesem Rennerlebnis erzählen. Die Stammgäste gibt’s heute trotzdem noch.

Du magst auch den Triathlon-Sport. Hast du bereits an einem Triathlon-Wettkampf teilgenommen? Wie war es?

Ja, ich habe bereits am Faaker See Volkstriathlon (0,3/10/5) teilgenommen. Wie man ja bekanntlich weiß, sind auch kurze Distanzen sehr intensiv, weil es um ein Vielfaches schneller zur Sache geht. Während des Triathlons hat es mich beim Schwimmen ordentlich erwischt. Mein technisch sauberes Kraulen fiel nämlich den Arm- und Beinhieben der Konkurrenten zum Opfer. Als ich mich dann einmal währenddessen umdrehte, um nachzusehen, wer noch alles hinter mir war, musste ich entsetzt feststellen, dass nur noch drei von insgesamt 100 Teilnehmern zu sehen waren. Dass ich danach auf der Radstrecke ziemlichen Stress hatte, kann man sich vorstellen. Ich schaffte es aber trotzdem, den Großteil der vor mir liegenden Mädels zu überholen und erreichte so noch den soliden 3. Platz in meiner Gruppe.

Brigitte Pirker beim Triathlon

Wie hast du dich auf den Triathlon vorbereitet?

Ich habe mich ganz gezielt auf der Rennstrecke vorbereitet. Vor allem beim Schwimmen und Laufen gab es noch große Defizite. Leider kann man die nicht in ein paar Wochen aufholen. Ansonsten habe ich vor allem auch die Wechselzone trainiert, also das Barfuß-Laufen vom See über den Asphalt zum Rad, das Anziehen der Radschuhe und so weiter. Alles zusammen war es wirklich ein spannendes Abenteuer, das ich nicht missen möchte.

Zum Abschluss: Was glaubst du ist der größte Unterschied zwischen Männern und Frauen, wenn es ums Rennradfahren geht?

Es liegt in der Natur der Dinge, dass Männer im Normalfall ein größeres Leistungspotential beim Sport haben als Frauen. Um die gleiche Leistung zu bringen, müssen Frauen meist mehr und intensiver trainieren. Wenn Frau das Rennradfahren aber einmal als Hauptsportart ausgesucht hat, konsequent trainiert und ihre Ziele versucht zu erreichen, dann kann sie exzellente Leistungen erbringen und ist auch bereit, sich dafür zu quälen.

Brigitte Pirker beim Rennradfahren

Wenn ich mich selbst mit meinem Partner vergleiche, dann habe ich beispielsweise nicht die Kraft, um steile Anstiege gleich schnell zu fahren. Wenn es dann jedoch darum geht, aus der Ausdauer zu schöpfen und lange Touren zu meistern, kann ich noch locker radeln während er schon müde wird und seine Leistung nachlässt. Meine Devise lautet deshalb: Wenn Männer mit ihren Partnerinnen Rennradfahren möchten, sollten sie sie nicht überfordern und mit Gefühl erkennen, wo die Grenzen liegen. Und wenn Frauen mit Männern gemeinsam aufs Rennrad steigen möchten, dann sollten sie nicht nur auf die Kilometer achten, sondern auch Wert auf spezielles Beinkrafttraining und Training für Rumpf und Rücken legen.


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