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Bike & Wine an der Südtiroler Weinstraße

Rennradfahren an der Südtiroler Weinstraße © Alex Moling

Weinberge, Weinstraße und Gewürztraminer – drei Worte, die die Region um den Kalterer See in Südtirol perfekt beschreiben. Neben exzellentem Wein findet man hier aber noch mehr, nämlich knackige Anstiege auf den Mendel- und Gampenpass oder auf die Berge im östlich gelegenen Naturpark Trudner Horn.

Für unseren alljährlichen Rennradurlaub suchen Toni und ich uns immer den richtigen Mix aus sportlicher Aktivität und Genuss. Um die sportliche Komponente erfüllen zu können, muss es in eine Region mit guten Touren-Möglichkeiten gehen. Am liebsten sind uns solche, in denen es eine große Auswahl an Passstraßen gibt. Die Anstiege sind zwar immer mit reichlich Schweiß und brennenden Waden verbunden, aber dieses Gefühl, den Anstieg aus eigener Muskelkraft und dank eisernem Willen bezwungen zu haben, lässt uns jedes Mal unendliche Freiheit spüren. Den Genuss-Part unseres Urlaubs stillen wir für gewöhnlich mit reichlich leckerem Essen. Am besten mit regionalen Spezialitäten. Schließlich gibt es nichts besseres, um die Kultur eines Landes richtig kennenzulernen, als über das Essen. Und da man als Rennradfahrer sowieso einen erhöhten Kalorienbedarf hat, gibt es auch keinen Grund, sich auf irgendeine Art und Weise zurückzuhalten.

Südtiroler Weinstraße © Alex Moling

Als Urlaubsdestination haben wir uns deshalb das Hotel Teutschhaus in Kurtinig an der Südtiroler Weinstraße ausgesucht. Es verbindet alles, was wir suchen. Den Genuss-Faktor erfüllt es mit ihrem eigenen Weingut. Der Wein, den sie durch ihre selbst angebauten Weinreben herstellen, stellen sie in einer wöchentlichen Verkostung im historischen Weinkeller vor. Herrlich. Hinzu kommt die Einzigartigkeit der Region selbst. Hier findet man nämlich einen interessanten Mix aus mediterranem Charme und alpenländischen Flair vor. Einerseits radelt man vorbei an Palmen, Zypressen und Zitronenbäumen. Andererseits ragen links und rechts des Etschtals Berge empor, wie zum Beispiel der 2.116 Meter hohe Roen, der Hausberg Tramins. Ein weiterer interessanter Mix ist jener der Kulturen. Der Mendelpass, der eine beliebte Tour dieser Region darstellt, fungiert als Sprachgrenze zwischen dem deutschsprachigen und dem italienischsprachigen Tirol.

Rennradurlaub rund um den Kalterer See © Alex Moling

Unsere erste Tour, als wir in Kurtinig ankommen, ist also jene auf den Mendelpass. Sie ist eine der beliebtesten Strecken der Region, gleichzeitig aber auch sehr herausfordernd. Neben Mendelpass muss nämlich auch der Gampenpass bezwungen werden. Auf ungefähr 110 Kilometern legen wir über 1.300 Höhenmeter zurück. Von Kurtinig aus starten wir in Richtung Tramin. Von dort weiter Richtung Norden, vorbei am wunderbar glitzernden Kalterer See. Dieser zieht besonders Triathleten hierher an die Südtiroler Weinstraße. Im Mai findet deshalb auch jedes Jahr der Internationale Kalterer See Triathlon statt. Wir ersparen uns allerdings den Sprung ins kühle Nass und radeln auf einer leichten Steigung weiter gen Norden. Dann beginnt auch schon der 14 Kilometer lange Anstieg zum Mendelpass. Bereits ab der Hälfte eröffnen sich für uns traumhafte Ausblicke über das Tal. Für Abwechslung sorgen die Serpentinen. Vom Mendelpass aus gelangt man über ein 18%-Steilstück weiter zum Penegal. Wir nehmen auch diese Herausforderung in unsere Tagestour auf und kommen so in den Genuss eines unbeschreiblichen 360° Panoramablicks. Unsere Fahrt geht dann weiter Richtung Fondo. Dort erwartet uns der Anstieg zum Gampenpass. Oben angekommen führt uns die Route bergab nach Tisens und Prissian. Für Weinkenner interessant: hier wächst und gedeiht die größte Rebe Europas. Sie soll zwischen 500 und 600 Jahre alt sein und gibt bis zu 700 Kilogramm Trauben. Der von diesen Trauben gekelterte Weißwein heißt „Versoaln“ und ist mit einer Urkunde erhältlich. Vom Ursprungsort der ältesten Weinrebe geht es weiter nach St. Pauls und schließlich zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Rennradfahren in Südtirol © Alex Moling

Zurück im Hotel erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, in einem Rennradhotel gebucht zu haben. Unsere Rennräder bringen wir in der abschließbaren und videoüberwachten Rad-Garage unter und unsere Radbekleidung bringen wir in den Trockenraum. Wir brauchen uns also keine Sorgen um unsere Lieblinge machen. Gleich danach schmeißen wir uns in unsere Bademäntel und spazieren in den hoteleigenen Wellnessbereich. Wir haben die Wahl zwischen Finnischer Sauna, Biosauna und Türkischem Dampfbad. Ich gönne mir zusätzlich noch eine Sportmassage. Einerseits um meine angespannten Muskeln zu lockern und andererseits um meinen Körper auf unsere morgige Tour auf den Karerpass vorzubereiten. Ich kann es schon jetzt kaum erwarten!

Rennradurlaub im Südtiroler Unterland Rennradurlaub in Tramin