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Rennradfahren im Vinschgau

Ein Interview mit Philipp Reinstadler vom Hotel Cristallo

©BVA-BikemediaJürgen Amann

Philipp Reinstadler kennt das Stilfserjoch wie wohl kaum ein anderer. Die Sommer seiner Kindheit verbrachte er rund um die Passhöhe, da seine Eltern das Stilfserjoch-Hotel betrieben. Mittlerweile zieht es ihn vor allem mit dem Rennrad auf die Passhöhe, oder im Winter zum Skifahren. Wir haben uns mit dem Sommelier und Allround-Bergsportler mit Blick auf die sagenumwobenen Kehren zum Gespräch getroffen.

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Als begeisterter Rennradfahrer und Gastgeber ist es mir gelungen, meine Leidenschaft mit meinem Beruf zu kombinieren. – Philipp Reinstadler

Was begeistert dich am Rennrad fahren?
Rennradfahren ist für mich jedes Mal, bei jeder Tour eine neue Herausforderung. Mich zu überwinden und zu motivieren, mich zu pushen, körperlich fit zu halten und zu verbessern treibt mich an. Auch das Rad selbst begeistert mich. Es ist ein ehrliches Sportgerät das voller Entwicklungen steckt. Meinen Körper und seine Leistungsfähigkeit zu kennen, die Dynamik des Rades einzusetzen und dabei manchmal an die Grenzen zu stoßen fasziniert mich.

Rennrad fahren im Vinschgau © BVA Bikemedia - Jürgen Amann Vinschgau © RennRAD BVA Bikemedia Jürgen Amann

Was ist dein Lieblingspass und warum?
Mein Lieblingspass ist selbstverständlich mein Hausberg, das Stilfserjoch! Lange bevor ich zum Radfahren kam, hat das Stilfserjoch schon eine große Rolle in meinem Leben gespielt.  Meine Familie hat bis in die 90er Jahre direkt auf der Passhöhe das gleichnamige Stilfserjoch-Hotel geführt. Somit habe ich in meiner Kindheit jeden Sommer dort verbracht. Darüber hinaus verbrachte ich viele Skitage beim Sommertraining auf dem Gletscher. Deswegen ist es auch mehr als logisch, dass das Stilfserjoch heute mein Lieblingsberg ist und die 26 km dort hinauf meine Haustrainingsstrecke geworden ist.  

Welche Tour sollte man bei euch auf jeden Fall mal gefahren sein?
Neben dem Stilfserjoch ist der Dreiländergiro (von Südtirol durch das schweizerische Graubünden und zurück über Nauders in Tirol) die landschaftlich schönste Rundtour, die von hier aus gefahren werden kann.

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Für wen eignet sich die Gegend zum Rennradfahren?
Für all jene, die in die richtig Hohen Berge wollen. Unser Betrieb selbst, das Hotel Cristallo liegt in Sulden am Ortler auf 1900 m. Bei der Auffahrt in das Hochtal muss ein anspruchsvollen 18 km langer Anstieg mit knapp 1000 Höhenmeter überwunden werden. Die Anstiege sind einmalig und faszinierend, genau richtig für all jene, die die Herausforderung lieben. 

Was möchtest du mit dem Rennrad noch erleben?
Mein Traum wäre es einmal eine Mehrtagestour mit Freunden, von A nach B zu machen.

Ist Gravelbiken für dich nur ein Trend oder spannende Erweiterung?Gravelbiken ist ein Megatrend. Vor allem, weil die Straßen immer voller werden und der Rennradfahrer immer mehr abgedrängt wird. Beim Gravelbiken bist du weg vom Straßenverkehr und mittendrin in der Natur. Gravelbiken ist aber eher flachen Gegenden vorbehalten weil im bergigen Gebiet selten gute Strecken für das Graveln vorzufinden sind; und neben der Straße eigentlich das Terrain vom Mountainbike beginnt.  

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Welchen Wein würdest du nach der Tour empfehlen?
Als dipl. Sommelier trinke ich gerne jeden Wein. Der Südtiroler Lagrein passt aber mit Sicherheit besonders gut.

Welche Übersetzung braucht es für eure Region?
Zur Zeit geht der Trend in Richtung Semikompakt – in diesem Fall sollte man hinten entweder 28 oder 30 fahren.

Was ist dein Lieblingsprodukt fürs Rennrad fahren?
Wir Rennradfahrer sind eitel und das Material und das Outfit müssen passen! Rennradfahren ist auch Lifestyle und das ist gut so! Beim Outfit sind die Italiener nach wie vor die Besten – bei den Rädern selber haben Sie leider nicht mehr ganz die Nase vorn. 

Rennrad fahren im Vinschgau © BVA Bikemedia - Jürgen Amann

Was ist für dich der passende Ausgleich zum Rennrad fahren?
Ich liebe den Bergsport in all seinen Spielarten und unsere Gegend bietet alle Möglichkeiten. Ich bin neben dem Rennradfahren leidenschaftlicher Skifahrer, Skitourengeher, Wanderer, Bergsteiger, Paragleiter…. Ausgleich vom Rennradfahren brauche ich nicht – das Rennradfahren ist mein Ausgleich – aber etwas Abwechslung tut immer gut.

Photos: BVA-Bikemedia Jürgen Amann / Vinschgau Marketing Frieder Blickle

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