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Graveln und Bikepacking in den Dolomiten

Interview mit Klaus Irsara

Klaus Irsara kann man gut und gerne als Zweiradenthusiasten bezeichnen. Von breiten Stollenreifen bis hin zu schmalen Asphaltschneidern reicht sein Portfolio. In den letzten Jahren hat er das ein oder andere Rad-Abenteuer auf fernen Reisen erlebt und erkundet die Wälder und Berge Alta Badias seit einiger Zeit auch gern auf dem Gravelbike. Wir sitzen beim Espresso vor seinem Hotel Melodia del Bosco in Alta Badia, blicken auf den Kreuzkofel und sprechen über vergangene Touren und Abenteuer.

Hotel Melodia del Bosco

Was begeistert dich am Rennrad fahren?

Egal ob man langsam oder schnell fährt, beim Rennradfahren entschleunigt man vom hektischen Alltagstempo. Man hat viel mehr Zeit, die Umgebung wahrzunehmen, vor allem die Natur und die Berge. Und das Gefühl so lange Distanzen aus eigener Kraft zu bewältigen, ist faszinierend.

Gravel 3

Was ist dein Lieblingspass und warum?

Ich habe eigentliche keinen Lieblingspass, da bei uns die Auswahl an Pässen zu groß ist, um nur einen auszusuchen. Ich liebe den Luxus diese Abwechslung zu haben.

Welche Tour sollte man in Alta Badia auf jeden Fall mal gefahren sein?

Die bekannteste Tour ist sicher die Sellaronda. Ein Muss!

Für wen eignet sich die Gegend zum Rennradfahren?

Für jeden der gerne Pässe fährt und atemberaubende Panoramen liebt. Natürlich muss man für die Dolomiten fit sein, flache Teile findet man bei uns recht selten. Aber letztendlich ist das auch ein guter Grund über den Winter fleißig zu trainieren.

Gravel 5

Was möchtest du mit dem Rennrad noch erleben?

Ich habe noch einige Bikepackings auf meinem Plan, sei es hier in Südtirol und Dolomiten, als auch in ferneren Ländern.

Ist Gravelbiken für dich nur ein Trend oder spannende Erweiterung?

Eine spannende Erweiterung, ohne Zweifel. Vor allem ist es eine Erweiterung der Touren. Als ich die ersten Touren auf Komoot geplant habe, habe ich selbst gestaunt wie viele neue Routen hier in den Dolomiten noch zu fahren sind.

Du bist selber schon öfter Bikepacking-Touren gefahren. Was begeistert dich so daran?

Im Herbst 2018 habe ich mein erstes Bikepacking gemacht: 10 Tage von Tokyo über die Japanischen Alpen nach Kyoto – das war echt super. Nach dem ersten Lockdown hatte ich auch Sehnsucht nach Reisen und dann habe ich ein 2-Tages Bikepacking nach Meran (um einen Freund zu besuchen) und zurück gemacht. Da es wieder so ein tolles Erlebnis war, habe ich mir gedacht, so etwas auch meinen Gästen anzubieten. Ich habe dann zu Hause auf Komoot eine Route durch Südtirol geplant. 4 Tage von Bike-Hotel zu Bike-Hotel und im Juni bin ich das Bikepacking mit 2 Freunden (die auch Guides sind) gefahren. Die Idee ist, unseren Gästen die Möglichkeit zu bieten, mal ein Bikepacking zu probieren. Wir stellen die Routen individuell zusammen und verleihen auch die Bikepacking Taschen von Apidura. Die GPX Tracks stellen auch wir zur Verfügung. Dann kann das Abenteuer beginnen. Übernachtet wird in Bike-Hotels, weshalb man das Gepäck aufs Minimum reduzieren kannn. Wäscheservice gibt es in jedem Bike-Hotel: Am Abend gibt man das eigene Cycling Kit ab und am nächsten Morgen bekommt man es gewaschen zurück. Echt super easy! Außerdem sind auch Bike-Garage mit Werkzeug und Schmiermittel immer vorhanden.

Bike-Packing

Gravel 6

Welchen Wein würdest du nach der Tour empfehlen?

Auf jeden Fall einen Südtiroler Wein! Aber für eine richtig gute Empfehlung ist meine Schwester Monica die geeignetere Person, sie ist nämlich Sommelier.
Ich bin für die Bike Empfehlungen zuständig – jedem sein Fachgebiet.

Welche Übersetzung braucht es für eure Region?

Ich empfehle mindestens 50/34 – 11/30. Noch einfacher geht es mit 11/32.

Was ist dein Lieblingsprodukt fürs Rennrad fahren?

Natürlich mein italienisches Basso Rennrad, und unser „Pedalo per le Dolomiti“ cycling kit von MAAP.

Was ist für dich der passende Ausgleich zum Rennradfahren?

Ich fahre auch sehr gerne Mountainbike und Gravelbike. Außerdem versuche ich auch ab und zu Wandern zu gehen und Klettersteige zu machen. Es gibt eben viele Spitzen und Berge in den Dolomiten, die mit dem Bike nicht erreichbar sind. Im Winter hingegen sind für mich Skitouren und Langlaufen ein super Ausgleich. Natürlich kommen auch Rolle und Fitnessübungen dazu, aber ich verbringe meine Freizeit am liebsten an der frischen Luft.

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