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Dreifacher Rennrad-Spaß im 3-Länder-Eck

Radsportevents Nauders © sportograf

Die Rennrad-Region Nauders am Reschenpass liegt im 3-Länder-Eck Österreich, Italien und Schweiz. Im Umkreis von 100 Kilometern eröffnen sich über 20 Bergpässe, die erradelt werden wollen. Die „3-Länder-Giro“-Tour ist nur was für Hartgesottene. Sie führt über den Reschenpass, das Stilfser Joch, den Umbrailpass und den Ofenpass. Eine wahre Herausforderung.

Die Stilfser Joch Passstraße © Lindenhof Rennrad fahren in Nauders © SONY DSC

Dreh- und Angelpunkt

Die wilde 3 Länder Runde ist nur was für hartgesottene Rennradritter. So richtig fühlen wir uns nicht danach. Wir haben gut trainiert, sind ausgeschlafen, aber die Eckdaten bereiten uns doch ein wenig Kopfzerbrechen. 167 km und knappe 3.800 hm gilt es heute zu bewältigen. Wir starten unsere Tour am Alpen-Comfort-Hotel Central. Hotelier Harri Ploner ist einer der Radpioniere der Region – sowohl im Mountainbike-, wie auch im Rennradbereich hat er maßgeblich die Entwicklungen in der Region unterstützt. Er verabschiedet uns und verspricht uns ein ausgiebiges Abendessen und vor allem einen Apero bei der Ankunft – wir sollten es nur halbwegs pünktlich schaffen, meint er grinsend.

Rennradtour Nauders am Reschenpass © SONY DSC

Zu Beginn können wir uns gemütlich einrollen. Es geht über den Reschenpass und die beiden Seen auf der Höhe. Anschließend hinab in den Vinschgau und über Stilfs in den ersten langen Anstieg. Das Stilfser Joch ist einer dieser legendären Pässe. In 48 Kehren zirkelt sich die Straße zur Passhöhe über 1.800 m hinauf. Glücklicherweise sind wir früh dran und es ist im Aufstieg noch angenehm kühl. Als wir die engen Kehren im unteren Teil hinter uns lassen, klettert langsam die Sonne über den Berg und scheint uns ins Gesicht. Das Panorama vor uns lässt immer wieder ein Grinsen über unser schwitzenden Gesichter huschen. Oben angekommen, empfängt uns ein Tross Motorradfahrer, ein kurzer Kaffeestopp und der Blick auf das Skigebiet am Stilfser Joch. Zu anderen Zeiten haben wir hier schon Skifahrer angetroffen. Ein bizarrer Anblick. Ebenso bizarr muten die eisernen Soldatenfiguren rund um das Joch an. Sie erinnern an den Frontverlauf während des ersten Weltkrieges, der hier zwischen Italien und Österreich verlief.

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Grenzüberschreitend

Nach einer kleinen Verschnauf- und Genusspause geht es für uns weiter. Schließlich wollen wir pünktlich zum Abendessen zurück sein. Vom Stilfser Joch fahren wir weiter zum Umbrailpass. Hier überqueren wir die Grenze zur Schweiz und fahren ins Val Müstair ab. Hier wird noch immer ein rätoromanischer Dialekt, der Jauer gesprochen. Das Tal teilt sich in drei Ebenen ein. Wir treffen in Santa Maria direkt auf der zweiten Ebene ein und radeln wieder einmal bergauf in Richtung Ofenpass. Hier überschreiten wir wiederum eine Grenze – dieses Mal hinein ins Engadin. Von hier aus geht es erst einmal bergab – wir können ein wenig entspannend und den Blick über die umliegenden Berge schweifen lassen.

Der Piz Nair ist sicherlich einer der bekanntesten, uns umgebenden Berge. Im Engadin legen wir noch einen kleinen Stopp ein – besser gesagt in Scuol. Der kleine Ort am Inn empfängt uns mit historischen Bauen und hervorragendem Kaffee und noch besserem Kuchen. Die Kalorien und vor allem die Energie werden wir noch brauchen. Denn der Ofenpass war nicht unser letzter Anstieg. In Martina wechseln wir wieder einmal das Land und auch die Flussseite.

In einem letzten Anstieg kämpfen wir uns die alte Rechenstraße hinauf nach Nauders. Ein letzter Kraftakt. Glücklich, aber ziemlich ausgelaugt erreichen wir Nauders. Blicken auf die Burg, die umliegenden Berge. Harri empfängt uns fröhlich mit einem Tablett voller Apero. Ein schöner Empfang, denn hier haben wir jemanden, der weiß, was wir heute erlebt haben, was wir durchgemacht haben und welches Nachbeben diese Tour in uns noch verursachen wird. Ein wirkliches Highlight.

Zur 3-Länder-Giro Zum Hotel Alpen Comfort Central