Infos aus den Regionen

Rad an Rad mit den Profis

Klopeiner See - Südkärnten

Die Rennrad-Region rund um den Klopeiner See, der zu den wärmsten Alpenseen zählt und Trinkwasserqualität aufweist, lockt von März bis Oktober Zweiradbegeisterte nach Kärnten. Im sonnenverwöhnten, südlichsten Teil Österreichs finden Roadbiker eine Vielzahl an verkehrsarmen Straßen, die sowohl lange Flachstücke, als auch kupierte Abschnitte und abwechslungsreiche Passstraßen mit knackigen Anstiegen zu bieten haben. Dies ist auch einer der Gründe, warum die gesamte Rennrad-Elite Österreichs hier trainiert. Einige dieser Profis treffen sich beim alljährlichen Highlight der Region, dem Rennrad-Camp mit Jan Ullrich. Neben dem deutschen Top-Star gibt es im Rahmen dieser Veranstaltung mehrere Einheimische Rad-Größen von einst und jetzt zum Anfassen.

Rennrad-Camp Kärnten
© Klopeiner See – Südkärnten

Nachdem ich meine Rennrad-Saison am Klopeiner See eröffnet habe, lasse ich sie nun an gleicher Stelle ausklingen. Bei meiner Ankunft im Roadbike Holidays Hotel Marko in St. Kanzian treffe ich auf Ryan Evans, den Radsport-Spezialisten und Guide der Region. Der ehemalige Profi-Basketballer und Xterra-Athlet aus Wales hat seinen Wohnsitz 2014 hierher verlegt und meint über seine neue Heimat: „Living here, is like a daily holiday.“ Speziell für Radfahrer ist die südöstlichste Region des Landes ein wahres Paradies mit einer riesigen Auswahl an unterschiedlich schwierigen Runden, die eines gemeinsam haben: sie führen alle durch eine atemberaubend schöne Landschaft. Die Frage „Seen oder Berge?“ stellt sich hier nicht – man bekommt beides.

Rennrad-Camp mit Jan Ullrich
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Rückblick

Von 11. bis 14. Mai dieses Jahres war ich zuletzt, als Teilnehmer am Rennrad-Camp mit Jan Ullrich, hier. Der Event zählt zu den absoluten Highlights meines Biker-Lebens. Rad an Rad mit den ehemaligen Radprofis zu fahren, Tipps zur perfekten Sitzposition, der optimalen Trainingsgestaltung, sowie der richtigen Ernährung, aus erster Hand zu erhalten – das Ganze kombiniert mit jeder Menge Spaß – ein unvergessliches Erlebnis. Paco Wrolich, der das Camp, gemeinsam mit dem Hotel Marko organisiert, brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: „Es gibt sicher kein Camp, wo es so lustig zugeht, wie bei uns.“ Lustig war es tatsächlich von der ersten bis zur letzten Minute. Vor allem aber ging es darum, bei traumhaften Touren, Eindrücke der Region zu gewinnen. Auf verkehrsarmen, sanft hügeligen Straßen rund um die wunderbaren Kärntner Seen, länderübergreifende Runden nach Slowenien mit knackigen Passstraßen, die den Puls in die Höhe schnellen lassen – aber auch die Kulinarik kam keineswegs zu kurz. Die professionellen Guides steuerten landes-typische Lokale an, wo regionale Köstlichkeiten serviert wurden, die ein genussvolles Auffüllen der Energiespeicher garantierten. Und immer wieder gab es die Gelegenheit für spannende Gespräche mit den ehemaligen Radprofis. Für mich stand bereits am ersten Tag des Camps fest, dass ich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werde.

Rennradtour Klopeiner See - Südkärnten
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Die Klopeiner See – Diex Tour

Ryan Evans hat mir für heute Nachmittag die Klopeiner See – Diex Tour empfohlen. Mit 1.100 Höhenmetern, bei einer Streckenlänge von 60 Kilometern, sollte das tatsächlich die passende Runde für mich sein. Vom Hotel Marko aus geht es zunächst an den Klopeiner See, der, mit seiner tiefblauen Farbe, zum Baden einlädt. Auf Nebenstraßen erreiche ich Kühnsdorf und kurz darauf die Draubrücke mit Blick auf den Völkermarkter Stausee. Bis Haimburg rolle ich ganz entspannt über leicht kupiertes Gelände, ehe der anspruchsvolle Anstieg nach Diex beginnt. Auf 9 Kilometer gilt es nun gut 600 Höhenmeter zu überwinden. Die ganze Saison über habe ich gut trainiert, nicht zuletzt aufgrund der wertvollen Tipps, die ich im Rennrad-Camp aufgeschnappt habe. Die Form stimmt, die Beine leisten hervorragende Arbeit und ich finde rasch einen guten Rhythmus. Auch das Wetter spielt mit. Es hat etwa 20 Grad und die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel. Das muss auch so sein – immerhin ist Diex, das sonnenreichste Bergdörfl Österreichs. Am kleinen Dorfplatz lege ich beim Mesnerwirt eine Pause ein, genieße den herrlichen Ausblick auf die Karawanken im Süden und gönne mir Kaffee und „Had’n“-Kuchen auf der sonnigen Terrasse. Als Had’n wird der Jauntaler Buchweizen bezeichnet, der vielen regionalen Gerichten, wie etwa Brot, Nudeln und eben auch Kuchen, die typische dunkle Farbe und einen erdigen Geschmack verleiht. Nach der verspäteten Mittagspause, es ist bereits 3 Uhr nachmittags, stehen noch einmal 50 Höhenmeter auf dem Programm, bevor es in die rasante Abfahrt Richtung Brückl geht. Mehrheitlich flach, mit kleinen Wellen, verläuft die Strecke danach über St. Margarethen und Tainach zurück an die Drau. Vom Ausgangspunkt in St. Kanzian trennt mich nun nur noch ein letzter Anstieg, den ich überaus zügig absolviere.

Region Klopeiner See - Südkärnten
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Nun wird es Zeit, sich der Regeneration zu widmen – auch diese Erkenntnis habe ich im Mai, im Rahmen des Rennrad-Camps erlangt. Ryan Evans, der neben seiner Tätigkeit als Bike-Guide, auch ausgebildeter Heilmasseur ist, bietet mir sogleich seine Dienste an. Mir reicht aber heute der hauseigene Wellnessbereich im Hotel Marko, mit finnischer Sauna und Dampfbad. Das angenehme Ambiente trägt zur ganzheitlichen Erholung für Körper, Geist und Seele bei. Beim abendlichen 4-Gang-Wahlmenü können dann schon wieder Pläne für den nächsten Tag geschmiedet werden. Einerseits reizt mich die grenzüberschreitende Tour, über Seeberg- oder Paulitsch-Sattel nach Slowenien, auf der anderen Seite hat mir der Waliser Ryan Evans von der Runde über den Schaidasattel vorgeschwärmt. Nachdem er mit seinem Tipp für heute voll ins Schwarze getroffen hat, werde ich wohl auch morgen seiner Empfehlung folgen. Von St. Kanzian nach Bad Eisenkappl, dann Richtung Westen, dem Ebriachbach folgend zum höchsten Punkt der Tour am Schaidasattel und über Zell-Schaida und Gallizien retour an den Klopeiner See. Dies wird dann wohl die letzte Rennradtour des Jahres sein. Mit dem Ausblick auf das nächstjährige Camp steigt allerdings bereits die Vorfreude auf die neue Saison.

Rennradurlaub Kärnten Österreich
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Rennrad-Camp 2018

Neben Jan Ullrich sind, von 30. Mai bis 3. Juni 2018, auch Paco Wrolich, Rene Haselbacher, Bernhard Eisel und Leo Hillinger wieder mit von der Partie. Der Winzer Leo Hillinger verwöhnt dabei am letzten Abend die Teilnehmer mit einer Weinverkostung seiner besten Tropfen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, bereits am 29. Mai am Weingut Hillinger in Jois im Burgenland zu starten und in zwei Etappen vom Neusiedlersee zum Klopeiner See zu fahren.
Zwei Tage mehr Spaß und Rennrad-Vergnügen an der Seite der Profis – ich denke, da bin ich dabei!

Region Klopeiner See – Südkärnten Rennrad-Camp mit Jan Ullrich