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Dem Winter entfliehen

Marken (c) Heiko Mandl

Bevor ich mein Rennrad endgültig in einer dunklen Ecke meines Kellers verstaue, um mich voll und ganz dem Skitouren-Sport zu widmen, möchte ich noch eine Tour zum Saison-Abschluss machen. Rasch habe ich auch Andi davon überzeugt, mich zu begleiten und so machen wir uns um Mitternacht auf den Weg Richtung Süden.

Den ersten Teil der Fahrt übernimmt mein Freund und Trainingspartner, sodass ich den winterlichen Teil unserer Reise komplett verpasse. In Padova, weit entfernt vom letzten Schneekristall, übernehme ich dann das Steuer und visiere unser Ziel in der Roadbike Holidays Region Marken an. Als hätten wir das so berechnet, erreichen wir genau zu Sonnenaufgang die Adriaküste bei Rimini. Auch wenn Andi noch nicht lange geschlafen hat, muss ich ihn einfach wecken. Das Meer glitzert in den herrlichsten Farben und wir entscheiden uns kurzerhand für ein Frühstück am Wasser, ehe wir wieder ins Landesinnere abzweigen.

Roadbike Holidays Italien
(c) Heiko Mandl

In Urbino wird das Auto geparkt – hier werden wir später im Hotel Mamiani einchecken. Jetzt wird aber erstmal gestrampelt. Andi und ich haben uns für die Tour “Die zwei Durchgänge” entschieden, die wir auf der Website des Hotels gefunden und auf das Smartphone geladen haben. Die Strecke mit etwa 140 Kilometern und rund 2000 Höhenmetern scheint genau unsere Kragenweite zu sein. Der erste kurze Anstieg nach Montesoffio bringt unsere Beinmuskulatur auf Betriebstemperatur, die traumhafte Landschaft vertreibt die Müdigkeit. Vom tiefsten Punkt der Strecke in Urbania, geht es leicht ansteigend weiter bis in die Ortschaft Sant’Angelo in Vado. Laut Streckenprofil wird es jetzt immer steiler, was Herz- und Atemfrequenz auch sofort bestätigen.

Rennradtour Marken
(c) Heiko Mandl

Während zuhause in den Alpen der Winter bereits kräftige Lebenszeichen gibt, haben wir die Jacke längst in den Trikottaschen verstaut. Das wunderbare Herbstwetter mit Temperaturen um 15 Grad treibt uns den Schweiß auf die Stirn. Nachdem wir im Sommer fleißig trainiert haben, kommen wir aber dennoch richtig gut voran und kurbeln zügig die Bergstraße zur Bocca Trabaria hoch. Auf dem etwa 1.050 Meter hohen Pass überfahren wir die Grenze zwischen Marken und Umbrien, außerdem befinden wir uns hier an der Wasserscheide zwischen Adria und Tyrrhenischem Meer. Die anschließende Abfahrt beschert uns mit einer Vielzahl an Kehren jede Menge Kurvenvergnügen und führt uns bis an den Tiber, den drittlängsten Fluss Italiens. Wir folgen dem Fluss einige Kilometer weit bis Citta di Castello, wo der nächste Anstieg zur Bocca Serriola beginnt. Andi und ich sind überrascht, wie viele Berge es hier gibt. Aber immerhin hat einer der größten Kletter-Spezialisten, den die Radsportwelt je hatte, hier trainiert. Marco Pantani, der italienische Rennrad-Held, hat den Grundstein für seine Erfolge in den Hügeln und Bergen dieser Region gelegt.

Marken Italien
(c) Heiko Mandl

Meine Beine schmerzen bereits, als ich die Passhöhe erreiche und Andis Gesichtsausdruck verrät mir, dass es ihm ähnlich geht. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass noch zwei weitere Rampen am Weg zurück nach Urbino warten, also legen wir eine kurze Pause ein, um uns mit Energieriegeln zu stärken und die traumhafte Aussicht zu genießen. Ich bin mir nicht sicher, ob es am Trainigszustand, oder am kraftspendenden Snack gelegen hat, dass wir die letzten beiden Hügel förmlich überflogen sind, aber eines ist sicher: jetzt geht es auf kürzestem Weg in den Wellnessbereich.

Rennrad Urlaub Marken Italien
(c) Heiko Mandl

Das Dampfbad und der Hydrotherapie-Pool mit Salz aus dem Toten Meer sorgen für Entspannung, mit einem zischenden Bier wird der Flüssigkeitshaushalt repariert. Etwas später sitzen wir an der Hotelbar, die Touren-Mappe in der Hand und beschäftigen uns schon wieder voller Vorfreude mit der Planung für morgen. Wir werden uns wohl für die “Mittelalterliche Dörfer”-Tour entscheiden, die, im Gegensatz zur heutigen Strecke, Richtung Nordosten führt. Neben den Marken würde dann auch ein Abstecher in die Region Emilia Romagna auf dem Programm stehen. Das klingt nach einem gebührenden Abschluss der Rennrad-Saison.

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