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Von den Apfelplantagen bis ins ewige Eis

Rennradregion Vinschgau

Heute Mittag bin ich gemeinsam mit 3 Freunden zu einem Trainingswochenende mit dem Rennrad aufgebrochen. Unser Ziel: das „Roadbike Holidays“ Sporthotel Vetzan in Schlanders, im Südtiroler Vinschgau. Nachdem die Wetterprognose im Norden eher bescheiden ausgefallen ist, befinden wir uns in dem sonnenverwöhnten Tal, welches sich von der Etsch-Quelle am Reschenpass bis nach Meran zieht, auf der sicheren Seite. Immerhin wirbt die Region mit über 300 Sonnentagen im Jahr. Im Hotel angekommen, begrüßt uns Matthias Tschenett, selbst begeisterter Rennradfahrer und Chef des Hauses. Er versorgt uns noch mit einem Tipp für eine kurze Eingewöhnungstour und schon kann es losgehen. Immerhin ist es schon 5 Uhr nachmittags. Eigentlich geht es nur darum, die Beine, die von der Autofahrt ein wenig steif geworden sind, zu lockern, um morgen bestens vorbereitet in eine ausgedehnte Tagestour zu starten. Ganz gemütlich rollen wir am Etschtal-Radweg, zwischen unzähligen Apfelplantagen, nach Glurns, wo wir uns am Hauptplatz einen köstlichen Espresso schmecken lassen und das mediterrane Klima genießen. Morgen werden wir von hier aus zum Stilfserjoch starten.

Stilfserjoch Südtirol Italien
(c) Vinschgau Marketing Frieder Blickle

Unsere Energiedepots haben wir sowohl mit dem Gourmet-Wahlmenü gestern Abend, als auch am reichhaltigen Frühstücksbuffet bis oben hin gefüllt – beste Voraussetzungen also, für die geplante Tour, die mit 180 Kilometern und fast 3.500 Höhenmetern eine gewaltige Herausforderung darstellt. Los geht’s mit der Fahrt nach Glurns, die wir bereits von gestern kennen. Das berühmte Stilfserjoch, der zweithöchste Gebirgspass der Alpen, mit seinen 48 Kehren, die in geradezu kunstvoller Art und Weise von den Apfelplantagen über 1.844 Höhenmeter ins ewige Eis führen, steht nun auf dem Programm. Meine Begleiter und ich haben in diesem Jahr schon jede Menge Kilometer in den Beinen, die jetzt, am Weg zum Dach der Tour, gute Arbeit leisten. Auch die sensationelle Landschaft sorgt für willkommene Abwechslung und lässt uns Kehre für Kehre höher klettern, bis wir es schließlich geschafft haben. Am höchsten Punkt der Tour angelangt, liegt der härteste Teil des Tages bereits hinter uns.

Rennradtour Vinschgau
(c) BVA-Bikemedia Jürgen Amann

Die lange Abfahrt nach Santa Maria wird nur durch einen kurzen Gegenstieg unterbrochen, bei dem es gilt am Umbrail-Pass die Grenze zur Schweiz zu überqueren. Die schmale Straße, die in das Münstertal führt, fordert mit ihren engen Kehren unsere volle Konzentration. Zum Glück ist hier der Schwerverkehr nicht zugelassen. Im Tal angekommen geht es sofort wieder bergauf Richtung Ofenpass, der sich uns mit seinem 700 Höhenmeter langen Anstieg bedrohlich in den Weg stellt. Meine Beine verlangen jetzt nach einer Pause, welche wir in Zernez einlegen. Nach einem Apfelstrudel und einer Tasse Kaffee läuft es wieder deutlich besser. Überaus zügig radeln wir am Inn entlang talauswärts. Als eingespieltes Team gelingt es uns, im Windschatten Kraft zu sparen und den Kilometerschnitt ordentlich in die Höhe zu treiben. In Martina verlassen wir dann die Schweiz in Richtung Norbertshöhe, die wir über einen 300 Höhenmeter langen Anstieg erreichen, ehe es auf der anderen Seite hinunter nach Nauders geht.

Graun im Vinschgau
(c) Vinschgau Marketing Frieder Blickle

Bis zum Reschenpass sind es jetzt nur noch 150 Höhenmeter, dann haben wir alle 5 Pässe geschafft und müssen nur noch zum Ziel in Schlanders rollen. In Graun im Vinschgau, wir befinden uns bereits wieder in Südtirol, fahren wir nur wenige Meter am Wahrzeichen der Region vorbei. Aus dem Reschensee ragt der Turm der „versunkenen Kirche“ – wohl eines der beliebtesten Fotomotive der Alpen. Wieder erreichen wir das Zentrum von Glurns und auch dieses Mal kommen wir um eine Espresso-Pause nicht herum. Warum auch? Es gibt kaum etwas Schöneres, als nach einer anstrengenden Tour in der Sonne zu sitzen und italienischen Kaffee zu genießen.

Die beeindruckende Runde hat uns müde gemacht, aber auch stolz. Die atemberaubende Landschaft trägt hier einen großen Teil dazu bei, dass die Strapazen in den Hintergrund treten. Der Vinschgau ist mit seinen gewaltigen Pässen die ideale Region, um auf schmalen Reifen, die herrliche Bergwelt der Alpen zu erkunden, dabei jede Menge Höhenmeter und Kilometer zu sammeln, aber auch den Genuss nicht zu kurz kommen zu lassen.

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