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Auf und Ab im Pinzgau

Rennradfahren im Pinzgau-Bergpanorama

Der Pinzgau ist das ideale Revier für Berggemsen und Kletterspezialisten.

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und so ist es nicht verwunderlich, dass im Süden des Salzburger Landes die massiven Steilwände der Hohen Tauern und die sanften Almen der Pinzgauer Grasberge nicht unterschiedlicher sein können und dennoch die einen ohne die anderen nicht vorstellbar wären. Für uns Rennradfahrer bedeutet das in erster Linie eines: Jede Menge Touren von flachen Rollpassagen bis hin zu steilen Passstraßen im Hochgebirge. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass die Passstrasse hinauf Richtung Großglockner zu einer der schwersten in den Alpen zählt. Stolze 36 Kehren zählt man bis zum Endpunkt auf der Kaiser-Franz-Josephs-Höhe. Die Großglockner-Hochalpenstraße wird jedes Jahr Anfang Mai von seinen Schneemassen befreit. Dann graben sich tonnenschwere Schneeräumgeräte durch die meterhohen Schneewände und machen die Straße erst befahrbar. Man fährt dann zum Teil durch die noch vorhandene Winterlandschaft bis zum Hochtor hoch.

Großglockner Hochalpenstraße

Uns brennt im Gegensatz dazu die Sonne auf unsere verschwitzte Stirn. Im Sommer hat sich das Bild komplett verändert und der Schnee ist auch in höher gelegenen Regionen zurückgegangen und den grünen Almen gewichen. Auch die Murmeltiere haben sich hier schon seit Wochen breit gemacht und lassen sich selbst durch die Autokolonnen nicht aus der Ruhe bringen. Im Sommer ist der Großglockner der Tourismusmagnet der Region und Leute aus aller Welt kommen hierher, um die hohen Tauern hautnah zu erleben. Wir sind die Sache schlau angegangen und haben uns in aller Herrgott Früh auf den Weg gemacht, um den Massen zu entfliehen. Und siehe da, der Berg empfängt uns mit seiner stoischen Ruhe. Außer den Pfiffen der flinken Murmeltiere und unserem müden Stöhnen herrscht hier oben die absolute Idylle.

Die Alpenlandschaft im Pinzgau ist nicht nur schön, sie hat auch für uns Radfahrer einiges zu bieten. Genau das hat auch der örtliche Tourismus erkannt und für jeden Level Touren erarbeitet. Weit über die österreichischen Staatsgrenzen hinaus ist der Tauernradweg in der Szene ein Begriff. Der Weg führt von den Krimmler Wasserfällen bis in die Stadt Salzburg und durchquert fast den ganzen Pinzgau. Rennradfahrer, die Sport mit Kultur verbinden wollen, können Halt bei einer Burg, einem Schloss oder Städtchen machen. Wer dennoch den einen oder anderen Berg sucht, der kann ohne Weiteres eine Bergetappe einbauen, nach links und rechts des Salzachtals geht der Weg nur in eine Richtung, nämlich nach oben.

Renradregion Pinzgau

Wir haben schließlich die letzten Meter zum Fuschertörl geschafft und genießen die kurze Abfahrt bevor es Richtung Hochtor weiter bergauf geht. Auf über 2.000 Meter wird die Luft schon dünn und die sommerlichen Temperaturen halten sich ebenso vornehm zurück. In der Ferne können wir den Gipfel des Großglockners schemenhaft erkennen. „Was glaubt ihr wie der Ausblick erst von der Kaiser-Franz-Josephs-Höhe sein wird“, erklärt uns Local Christian. Von dort aus steht man Stirn an Stirn zum höchsten Berg Österreichs und dazwischen befindet sich mit der Pasterze der längste Gletscher der Ostalpen. Der Glockner ist jedoch nicht die einzige alpine Attraktion in der Region. Weitaus leichter zu erreichen und mit weniger Höhenmeter ausgestattet ist das Hochkönig-Massiv im Norden des Pinzgaus. Die Schleife hat nur zwei lange Anstiege auf den Dientner- und Filzensattel als Hürde. Ansonsten führt die Tour durch die Täler der Berglandschaft, vorbei an Ort wie Maria Alm, Schloss Kammern oder dem Almdorf. Genug Möglichkeiten also um vom Rad abzusteigen und sich den Attraktionen neben der Straße zu widmen.

Der letzte Anstieg. Endlich! Die Auffahrt über die letzten Kehren zur Kaiser-Franz–Josephs-Höhe kommt uns wie eine Ewigkeit vor. Vor Ewigkeiten, nämlich im Jahre 1856, wanderte Kaiser Franz Joseph zu jener Stelle, die unser Ziel für heute darstellt. Schon der Kaiser und seine heute berühmte Frau Kaiserin Sissi, haben den Pinzgau damals entdeckt und in der Alpenregion öfters den Urlaub verbracht. Allerdings haben sie die Berge zu Fuß und nicht wie wir mit dem Rad erobert. Für uns ist es jetzt Zeit die letzten Höhenmeter unserer Tour zu überwinden, schließlich geht es ja noch gute 47 Kilometer zurück nach Bruck bei Zell am See. Vielleicht werden wir morgen unsere müden Beine am Tauernradweg auflockern oder doch die eine oder andere Bergstraße in Angriff nehmen. Ganz egal was wir vorhaben, im Pinzgau finden wir sicher die dafür richtige Tour.

Großglockner Rennrad

Lage vom Pinzgau:

Der Pinzgau liegt im südlichen Teil des Salzburger Landes und grenzt an Kärnten und Tirol. Richtung Kärn­­ten ziehen die Hohen Tauern die Grenze, die Landschaft im Norden wird durch die Pinz­gauer Grasberge do­miniert. Zentrum der Region ist das Salz­ach­tal, mit Zell am See als größte Stadt in der Umgebung.

Beste Reisezeit:

In den Tälern beginnt die Radsaison ab Ende April. Wer die Berge in Angriff nehmen will, der sollte bis Mitte Mai warten, dann sind die Temperaturen auch in der Höhe angenehm zum Radfahren.

 

>Weitere Informationen zur Region

>Hotels in der Region

 

  1. Pingback: Pinzgau - Langlaufen im Winter & Rennradfahren im Sommer - Langlauf Online Magazin

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