Infos aus den Regionen

Auf den Spuren von Marco Pantani

Rennrad-Region Marken

Die Marken liegen im Herzen Italiens und sind der Geheimtipp für Rennradfahrer. Aber Achtung: Die vielen kurzen und steilen Rampen können Mensch und Maschine bis zum Letzten fordern.

Endlich wieder Asphalt unter den Rädern! Nach tagelangem Training auf der Walze, mit Ausblick aus dem Fenster in die verschneite Landschaft hatten wir die erste Ausfahrt herzlichst herbeigesehnt. Das Problem war nur, wohin fahren, wenn es vor der eigenen Haustür noch Temperaturen um die null Grad hat und der Winter immer wieder droht zurückzukehren? Wir wollten dieses Jahr unser erstes Trainingslager anders gestaltet. Kein Flieger und auch keine allzu lange Fahrt mit dem PKW. Beim Blick auf die Europakarte fiel uns eine Region ins Auge, die wir bisher immer übersehen hatten. Die Marken, südlich von San Marino und östlich der Toskana gelegen. Klingt nicht schlecht und die vielen kleinen Nebenstraßen auf „Google Earth“ versprechen vieles. Ob die Region das auch einhält? Wir wollten es ausprobieren.

Rennrad Region Marken

Marken: Die Italienische Achterbahn

In langen Serpentinen zieht sich die Straße hoch. Den Schnee haben wir zu Hause gelassen, dafür ist der Schweiß unser ständiger Begleiter.

„Ich habe nicht in Erinnerung, dass Rennradfahren so anstrengend sein kann“, stöhnt Markus.

Es ist eben doch ein Unterschied, ob man im Wohnzimmer auf einer Rolle seine Grundlageneinheit abspult, oder sich wie hier einem ständigem „Bergauf-Bergab“-Rhythmus stellen muss. Die Region rund um Urbino besticht vielleicht nicht mit hohen Bergen, aber die hügelige Landschaft, gespickt mit den vielen kleinen Dörfern, die meist auf den grünen Rücken liegen, hat doch einige Rampen im Talon, die man nicht unterschätzen sollte. Fast könnte man meinen, man befinde sich in der Toskana, aber eben nur fast. Die Italiener bezeichnen die Region als das „wahre Italien“. Vieles hier hat seinen ursprünglichen Charakter beibehalten, aber es fehlt etwas Grundlegendes: die Massen an Touristen, die man von anderen Orten her kennt.

Carpegna Rennrad

Erste Ausfahrt im Frühling in Marken

Gleich von unserem Hotel weg haben wir uns für die Route hoch nach Mondaino entschieden. Über sechs Kilometer zieht sich die schmale Asphaltstraße bergauf. Wir können den Frühling in Italien schon förmlich riechen. Die Bauern bereiten ihre Acker vor und Mitten in Italien kommt die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf. Wobei die Bezeichnung Winter für uns Mitteleuropäer nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht. Bereits ab Februar können Rennradfahrer an warmen Tagen ihre Trainingsrunden ziehen und im März sind Tage mit Temperaturen von knapp 20 Grad keine Seltenheit. Nach einem kurzen Flachstück nehmen wir die letzte Rampe in Angriff. Über unseren Köpfen thronen die imposanten Mauern von Mondaino. Im Inneren der Burg befindet sich ein schöner Innenhof, in dem regelmäßig traditionelle Festivitäten abgehalten werden.

Rennrad Kultur

Radlerkäse und sonstige Spezialitäten

Der Pecorino di Fossa ist die Spezialität der Region, er wird in unterirdischen Löchern gelagert und luftdicht verschlossen. Nach drei Monaten ist Spezialität fertig gereift. Mit seiner speziellen Zusammensetzung ist der Schafskäse ein idealer Energielieferant und wird von den Einheimischen Radfahrern auch „Radlerkäse“ genannt. Wir haben zur Vorsicht ein Stück Käse im Trikot mitgenommen, nur für alle Fälle, falls uns die Kraft ausgeht. Immer wieder geht es kurz bergab, bergauf, und wieder bergab. Auf dieser Achterbahn wird uns nicht langweilig und auch unsere Puls-Uhr raucht schon vor Überlastung.

Unser Wochenziel: Il Carpegna

Wir haben uns für die nächsten Tage ein hochgestecktes Ziel gesetzt. Den Monte Carpegna wollen wir diese Woche noch erklimmen. Der Berg war eines der Lieblingsstrecken von Marco Pantani. Fast täglich spulte er die Runde rund um den 1.415 hohen Gipfel ab und auch beim Giro d’Italia wurde auf der sechs Kilometer langen Rampe Geschichte geschrieben. „Il Carpegna, mi basta (Der Carpegna reicht mir)“, hatte Pantani einst nach der harten Giro-Etappe gestöhnt. Für uns geht der Tag langsam zu Ende und auch der Magen macht sich langsam bemerkbar. Selbst unsere Käse-Jause im Trikot hat uns nur schwer über die Runde gebracht.

Wir haben am ersten Tag unseres Trainingslagers bereits einen guten Überblick über die Marken bekommen und wir freuen uns schon auf die kommenden Touren im Herzen Italiens. Wir haben eine neue, andere Seite des Stiefels kennengelernt und die vielen unterschiedlichen Radrouten brauchen sich mit anderen Regionen nicht verstecken. Marco Pantani hat damals gesagt „Il Carpegna, mi basta“, die Marken reichen uns aber noch lange nicht.

Rennrad Tour Marken

Lage: Die Marken liegen an der Ostküste Italiens und grenzen im Norden an die Region Emilia-Romagna im Süden an die Abruzzen und im Westen an die Toskana und Umbrien. Der höchste Berg ist der Monte Vettore mit 2.476 Metern.

Beste Reisezeit:  Bereits ab März kann man in den Marken gut Rennradfahren. Ab Mitte Juni ist es meistens zu heiß, ab September beginnt dann wieder die Radsaison und zieht sich bis November rein.

Weitere Informationen zur Region

Hotels in der Region

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