Genussvolle Grenzüberschreitung

Genussvolle Grenzüberschreitung

Tramin - Procycling 04/2015

Für Genießer und für Schinder: An der Weinstraße fließt alles zusammen.

Da liegt er entspannt glitzernd im Tal: der Kalterer See. Man fragt sich, ob das Ganze vielleicht ein Trick ist. Der Name mag einen frösteln lassen, doch tatsächlich ist er der wärmste unter den Alpenseen. Ein geschicktes Ablenkungsmanöver also, damit die Massen weiter gen Süden fahren? Doch wer würde bei so einem Anblick tatsächlich noch weiterziehen wollen - sicherlich kein Rennradfahrer.

Der warme Kalterer See scheint uns verschwitzten Zweiradfahrern am Berg verschmitzt zuzuzwinkern. Der Blick hinab ins Etschtal hat uns zum Innehalten gezwungen. Eigentlich zieht man diese Passkurven durch, tritt eher noch einmal kräftig an - aber auch der Trettrieb des Rennradlers gibt sich bei solch einem Ausblick geschlagen. Im Osten ragen die Giganten der Dolomiten steil empor, im Tal stehen die Obstbäume Spalier, dazwischen leuchtet der Kalterer See in intensivem Blau und durch die duftenden Wälder wandert unser Blick gen Süden in die Weiten Italiens.

Ausfahrt in die Abwechslung
Es ist uns wirklich ein Rätsel, wie man die Autobahnausfahrt zu diesem Gebiet um die idyllischen Ortschaften Kaltern, Tramin oder Kurtinig ignorieren kann. Wir sind auf jeden Fall sehr froh, sie genommen zu haben. Uns präsentiert sich der Süden Südtirols als eine überschaubare, aber sehr stolze Region - und vor allem auch als Schnittstelle zweier Landschaften und Kulturen. Die majestätisch aufragenden Alpen gehen über in das milde mediterrane Klima. Der raue Südtiroler Dialekt wird abgelöst von dem sanften Sprudeln des Italienischen.

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